Klavierbau

 

Konstruktion Meisterklavier

Die Galerie zeigt Scans der Zeichnungen in Tusche, welche Klavierbaumeister Stefan Lang zur Meisterprüfung 1993 angefertigt hat. Bilder 1-7 zeigen die Eigenkonstruktion eines 130 cm hohen Klaviers, Bilder 8-9 die Konstruktion eines Flügels der Marke Schimmel (Modell 205), Bild 10 die Teilungszeichnung eines Cembalos nach Ruckers. © Stefan Lang

Video


Blüthner Patentmechanik


Regulieranleitung

mit folgenden Grundmaßen: Steighöhe = 45 mm, Spieltiefe = 9,4 mm
Zunächst werden alle Hämmer exakt auf Chor gerichtet und die Klaviatur geradegelegt (= alle Tasten auf gleiche Höhe).

1. Im Gegensatz zu herkömmlichen Flügelmechaniken muss der Hammerstiel auf der Hammerleiste aufliegen. Das Unterstellen geschieht an den auf den einzelnen Tasten befindlichen Brücken. Es darf, wie beim Klavier, keine Luft vorhanden sein, der Stößer muss leicht unter die Nase der Abstrakte rutschen. Zu beachten ist, dass die Schrauben der Brücke nach dem Einstellen fest angezogen sind. Außerdem ist ein Augenmerk darauf zu richten, dass der Metallstift der Abstrakte senkrecht steht und sich leicht in der auf dem Brückchen befindlichen Führung bewegt, also nicht klemmt.
2. Die Auslösung sollte 1,5 mm vor dem Erreichen der Stahlsaite geschehen, bei den umsponnenen Saiten nimmt man halbe Saitenstärke als Maß.
3. Der Nachdruck wird bei dieser Mechanik anders eingestellt als bei herkömmlichen Flügelmechaniken und ist wesentlich fester. Man drücke die Taste langsam auf die Vorderdruckscheibe. Danach sollte der Hammer noch einen Millimeter steigen, bevor der auslöst.

4. Die Fänger werden schräger ausgerichtet als bei anderen Flügelmechaniken, was durch die Bauform bedingt ist. 24 mm über der Hammerlinie im Ruhezustand sollte der Fang eingestellt werden.
5. Das Abnicken (etwa 3 mm) wird durch Biegen der Winkelfeder eingestellt.
6. Nochmaliges Kontrollieren bisherigen Einstellungen (Nachdruck, Tastenhöhe und Spieltiefe).
7. Beim Regulieren der Dämpfung (Halbgang und Abheben) gibt es keine Unterschiede zu anderen Mechaniken. Jedoch sollte die Dämpferprallleiste so eingestellt sein, dass bei niedergerückter Obertaste (schwarze Taste) nur ganz wenig Luft vorhanden und der Rückprall der Dämpfer so gering wie möglich ist.
8. Die gebogene Feder an der Abstrakte ist so einzustellen, dass ihr Polster in Ruhelage ca. 3 mm von der Stoßzunge entfernt ist. Die Feder soll erst nach dem Auslösen angreifen, um den Wiedereinfall der Stoßzunge zu erleichtern. Ein sofortiges Angreifen würde das Spielgewicht nachteilig erhöhen.


Zeichnen einer Klaviatur

Darstellungen von Klaviaturen sind häufig falsch. So liegen beispielsweise die schwarzen Tasten NICHT alle exakt in der Mitte ihrer benachbarten weißen. In diesem Video möchte ich Ihnen zeigen, wie man die Tasten einer Oktave im vorderen sichtbaren Bereich eines Klaviers, Flügels oder Keyboards richtig zeichnet. Video, Animationen, Musik und Schnitt: © 2018 Stefan Lang


Zeitschrift für Instrumentenbau

Zeitschrift für Instrumentenbau 1880-1881

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Wer sich für die Geschichte des Klavierbaus und den Entwicklungen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts interessiert, dem sei die von Paul de Wit herausgegebene Zeitschrift für Instrumentenbau empfohlen, die von 1880 bis 1943 erschien. Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) in München stellt eine digitalisierte Version aller Jahrgänge zur Verfügung.

Man kann in den einzelnen Jahrgängen online stöbern, darf sie sich aber auch für private Zwecke auf seinen Rechner laden. Klicken Sie dazu einen Jahrgang an. Ganz oben rechts finden Sie den Download-link. Nachdem Sie diesen betätigt haben, öffnet sich eine neue Seite. Akzeptieren Sie die Nutzungsbedingungen indem Sie „JA“ anwählen und geben Sie den Schlüssel ein. Klicken Sie jetzt auf „WEITER“. Es erscheint eine neue Seite. Der DOWNLOAD wird generiert. Nach einer Weile Ladezeit (bitte etwas Geduld!) erscheint die entsprechende pdf, die Sie (mit der rechten Maustaste angewählt) mit „Ziel speichern unter“ downloaden können.

Sehr interessant und empfehlenswert!

In der Zeitschrift finden Sie Inserate der damaligen Klavierhersteller und deren Zulieferer, interessante Patente und Neuentwicklungen der damaligen Zeit werden vorgestellt, aber auch technische Fragen zum Instrumentenbau werden erörtert. Sehr interessant und empfehlenswert! Nicht nur für Historiker.